Das Make Magazin testet unser IoT Set

Das Make Magazin hat unser IoT Set getestet und einen umfangreichen Bericht verfasst – hier könnt ihr ihn lesen:

Angetestet: Internet of Things Set von Brick’R’Knowledge

Wer weder Lust auf Kabelsalat noch Lötkolben hat, kann mit dem Brick’R-System Elektronikkomponenten einfach direkt zusammen stöpseln. Funktioniert dies auch mit dem Internet der Dinge?

Bunte Steine zusammengepuzzlet, eine Batterie angeschlossen und wenn alles passt, blinkt die Status-LED. Mit diesem Rezept punkteten die rechteckigen Elektronikbauteile von Brick’R’Knowledge von Allnet bisher. Die Bricks werden über die vierpoligen Stecker kombiniert, um Logik- und Elektronikschaltkreise kennenzulernen. Das Internet of Things Set verspricht eine Erweiterung zum Einstieg ins Trendthema Internet der Dinge (IoT). Allerdings hält der Kasten mit Übungsheft statt IoT zunächst andere Kenntnisse bereit.

Das Set ist für 129 Euro (plus Versand) im Internet erhältlich und basiert auf einem IoT Brick. In ihm verbirgt sich ein ESP8266-Modul mit WLAN, sieben GPIOs und zwei Analog-Digital-Wandlern (10 bit und 18 bit). Außerdem beherrscht der Brick I²C und SPI zum Anschluss von Komponenten und hat einen Micro-USB-Anschluss. Über den wird nur programmiert, denn das Modul benötigt 9 Volt als Versorgungsspannung, die über einen Versorgungsbrick mit Netzteil geliefert wird. Auf den IoT Brick kann das mitgelieferte einfarbige OLED-Display (mit einer Auflösung von 128 × 64 Pixeln) gesteckt werden. Als alternatives Ausgabesystem ist auch eine 7-Segmentanzeige dabei. Beide werden über I²C angesteuert.

In dem IoT- und dem Versorgungsbrick sind jeweils Status-LEDs verbaut, dazu gibt es noch einen Brick mit zwei LEDs (rot und grün), die intern mit Masse verbunden sind. Zum Bauen von Stromkreisen sind im Kasten drei Bricks für Leitungen über Eck, eine gerade Leitung, eine T-Kreuzung und eine doppelt überkreuzte Leitung aus dem bekannten Baukastensystem dabei sowie ein Potentiometer (10 kΩ) und ein Masse-Brick enthalten. Mit letzterem werden die Stromkreise der Brickschaltung geschlossen. Schließlich gibt es einen Sensor-Adapter, an dem handelsübliche Sensoren mit bis zu fünf Pins (Masse, 5 V und drei GPIOs) eingesteckt werden können – sie müssen also nicht im Bricksystem gebaut sein. Mitgeliefert ist ein DHT11-Sensor für die Temperatur- und Feuchtigkeitsmessung.

Wer ausgepackt und losgepuzzlet hat, aber zum ersten Mal mit einem ESP-Board arbeitet, steht jetzt vor einer Fleißaufgabe: Der Installation von zahlreicher Software. Damit das Kit mit der ESP-Hardware zusammenspielt, muss man die Arduino-Entwicklungsumgebung herunterladen und zusätzliche Bibliotheken, Compiler und Treiber nachinstallieren. Das ist zwar keine Raketenwissenschaft, aber für Einsteiger lästig und potentiell fehlerbehaftet. Damit lässt sich das erste Beispielprojekt (LEDs zum Blinken bringen) endlich angehen. Anschließend werden der I²C-Bus und A/D-Wandler anschaulich erklärt. Bis es erstmals ins Internet geht, ist man bereits auf Seite 43 der 59 Übungsseiten angelangt.

Denn leider ist das mitgelieferte Heft eher ein streng unterteiltes Handbuch zum Durcharbeiten und weniger projekt-orientierte Anleitung zum Loslegen. Zu den vorgestellten Übungsbeispielen gibt es jeweils Beispieldateien zum Herunterladen – im Heft sind davon nur Auszüge erklärt. Zwei IoT-Projekte zeigen Zeit und Umrechnungskurse aus dem Internet an, die Daten des Temperatursensors werden auf einer selbstgebauten Webseite ausgegeben und die LEDs über das Internet geschaltet. Bei den beiden letztgenannten Übungen werden schließlich noch kürzestmöglich HTML, CSS, JavaScript und Bootstrap gestreift, mit denen die Webseiten erstellt werden. Wer mehr wissen möchte, wird ins Internet verwiesen. Die zuvor ausführlich vorgestellte 7-Segmentanzeige sucht man im Internetteil vergeblich, ebenso das Potentiometer. Bei einem IoT-Set hatten wir die Einbindung aller vorgestellten Komponenten in IoT-Projekte erwartet.

Seit dem Erscheinen des Kits wurden einige Beispielsketche noch einmal überarbeitet und weitere Übungen erstellt. Diese binden den IoT Brick stärker in das Baukastensystem ein, erfordern also auch weitere Bauteile. Dazu gibt es ein ausführliche Dokumentation zum Herunterladen, die über 560 Seiten umfasst, und einen stärkeren Fokus auf die Programmierung legt. Leider fiel uns das eher zufällig auf, denn im mitgelieferten Handbuch steht davon nichts.

So ist das Set vor allem für Fans des Brick’R-Systems zu empfehlen, die mit den verschiedenen neuen Bauteilen ihre Sammlung erweitern können. Auch weiterführende Schulen und Berufsschulen, wie von Allnet als Zielgruppen angegeben, könnten mit den robusten Steinchen glücklich werden. Wer ohne Vorkenntnisse einen niedrigschwelligen Einstieg ins Internet der Dinge sucht oder gar eine konkrete Projektidee hat, sollte sich lieber ein anderes IoT-Set suchen.

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